Entscheidungskompetenz 2.0

Shownotes

Inhalt dieser Folge

  • Warum sich Entscheiden unter Druck in den letzten Jahren verändert hat: von **Informationsmangel **zu Informationsflut.
  • Der Verlust klassischer „Taktgeber“ (z. B. frühere Kommunikationsrhythmen) und die Folgen: Dauer-Updates und multipler Input.
  • Zeitdruck verstehen: Unterschied zwischen objektivem und subjektivem Zeitdruck – und warum letzterer besonders tückisch ist.
  • Over-newsed, but under-informed“: Wenn zu viele Informationen die Lage unübersichtlich machen und Entscheidungen blockieren.
  • Technologie im Krisenmanagement: hilfreich zur Strukturierung, aber nicht als Wahrheitsgarant („Garbage in, garbage out“).
  • Einordnung von künstlicher Intelligenz: sinnvoll als Unterstützung (Analyse, Zusammenfassung), aber keine „Lösung“, wenn es um Verantwortung und Werteabwägungen geht.
  • Was Führung 2026 braucht: mentale Ruhe, strukturiertes Entscheiden, sinnstiftende Kommunikation und Informationsdisziplin.
  • Entscheidungskompetenz 2.0: Tempo steuern, nicht „langsamer werden“ – sondern verhindern, dass man sich von Informationsströmen mitreißen lässt.
  • Warum praxisorientiertes Training notwendig ist: Umsetzungskompetenz entsteht durch Übung, nicht durch Theorie.

Wichtige Punkte

  • Informationsflut ≠ Informationsqualität: Viel Input kann gleichzeitig Mangel an relevanter Information bedeuten.
  • Subjektiver Zeitdruck entsteht oft durch Erwartungsdruck und Kommunikationsdynamik – nicht durch die Lage selbst.
  • Reizüberflutung macht Krisenmanagement unmöglich, wenn alles gleichzeitig beachtet werden soll.
  • Technologie strukturiert, aber ersetzt nicht die Grundlogik von Datenqualität und vorbereiteten Strukturen.
  • KI ist stark bei Analyse und Verdichtung – aber schwach bei Werteentscheidungen und Verantwortung.
  • Mentale Ruhe ist eine Kernkompetenz moderner Führung: klar bleiben, auch wenn es laut wird.
  • Strukturiert entscheiden kann schnell gehen – wenn die Tools gelernt und geübt sind.
  • Sinnstiftende Kommunikation erhöht die Umsetzungsqualität: nicht nur „was“, sondern auch „warum“.
  • Informationsdisziplin verhindert zwei Extreme: Starre („ich frage/sage nichts“) oder Overload („ich melde alles“).
  • Orientierung statt Perfektion: Entscheidungen brauchen Richtung – nicht Vollständigkeit.

Zitate aus der Episode

  • „Man kann ‚over-newsed‘, und gleichzeitig ‚under-informed‘ sein.“
  • „Garbage in, garbage out.“
  • „Künstliche Intelligenz: unterstützend ja – aber nicht als Lösung.“
  • „Ganz vorne dabei ist auf jeden Fall die mentale Ruhe.“
  • „Strukturiertes Entscheiden kann auch sehr rasch gehen, wenn ich es gelernt habe.“
  • „Damit eine Entscheidung wirklich gut umgesetzt werden kann, muss auch meine Kommunikation sinnstiftend sein.“
  • „Ein ganz wichtiger Punkt ist Informationsdisziplin.“
  • „Orientierung statt Perfektion.“

Empfohlene Maßnahmen

  • Zeitdruck-Check einführen: In jeder Lage kurz klären: Was ist objektiver Zeitdruck? Was ist nur subjektiv?
  • Filter-Regeln definieren: Vorab festlegen, welche Kanäle und Quellen im Krisenmodus relevant sind – und welche bewusst reduziert werden.
  • Informationsdisziplin trainieren: Standardfragen etablieren: Was muss ich wissen? Was muss ich weitergeben?
  • Entscheidungsstruktur nutzen: Ein kurzes, eingeübtes Schema für schnelle, nachvollziehbare Entscheidungen (statt Perfektionsfalle).
  • Sinnstiftend kommunizieren: Bei Anweisungen konsequent „Warum“ + „Ziel“ ergänzen, nicht nur Tätigkeiten delegieren.
  • KI gezielt einsetzen: Für Analyse, Zusammenfassung, Mustererkennung – aber Werteabwägung und Verantwortung bewusst bei Menschen belassen.
  • Praxis statt Theorie: Regelmäßige, realistische Übungen (Tabletops/Simulationen), um Entscheidung und Umsetzung unter Druck zu festigen.

Wenn Sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich wie immer über eine E-Mail an podcast@krisenmeisterei.at.

Meine Website

Über mich

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.